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Abstract MARCELLE SANTANA: Deutsche Volkspartei und Juden in der Weimarer Republik (Arbeitstitel) Deutsche Juden, die politisch liberal orientiert waren, bevorzugten während der Weimarer Republik bekanntlich die Deutsche Demokratische Partei (DDP), zu deren jüdischen Mitgliedern und Anhängern prominente Persönlichkeiten wie die Reichsminister Walther Rathenau und Hugo Preuß, der Chefredakteur des Berliner Tageblatts, Theodor Wolff und der Verleger Rudolf Mosse zählten. Etliche konservativere Juden entschieden sich dagegen für die rechtsliberale Deutsche Volkspartei (DVP). Bekannte DVP-Mitglieder jüdischer Herkunft waren Angehörige des Großbürgertums wie die Bankiers Max Warburg und Jakob Goldschmidt, der Industrielle Paul Silverberg und der Politiker Fritz Rathenau, ein Vetter Walther Rathenaus. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Darmstädter und Nationalbank Jakob Riesser, der zeitweise als Vizepräsident des Reichstags amtierte, gehörte ebenfalls der Partei an. Trotz ihrer jüdischen Mitglieder war für die DVP eine ambivalente Haltung gegenüber dem Problem des Antisemitismus kennzeichnend. In der geplanten Dissertation soll der Zusammenhang zwischen dem Zerfall bürgerlich-liberaler Parteien und dem Schicksal deutscher Juden in den Wirren der Weimarer Republik am Beispiel der Deutschen Volkspartei untersucht werden. Somit soll sie einen Beitrag sowohl zur deutschen Parteiengeschichte als auch zur Sozial- und Kulturgeschichte des deutschsprachigen Judentums leisten. | CV | Fellows 2009/10 | |